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Amateurfunkverordnung wird novelliert

Eine Pressemitteilung des DARC vom 07.09.2022

Heute hat das Bundesministerium für Digitales und Verkehr den Referentenentwurf einer neuen Amateurfunkverordnung vorgelegt, die einige Neuerungen für alle Funkamateure bringen wird. Der Vorsitzende des DARC e. V. und des Runden Tisch Amateurfunk (RTA), Christian Entsfellner, DL3MBG zeigte sich erfreut: „Die neue Verordnung setzt langjährige Forderungen des DARC und des Runden Tisch Amateurfunk um. Zukünftig wird der Remote-Betrieb endlich erlaubt sein. Ebenso hat das Ministerium unsere seit 2008 bestehende Forderung nach einer Einsteigerklasse umgesetzt.

Damit wird der Einstieg in den Amateurfunk deutlich vereinfacht.“ Während die bestehenden Klassen E und A durch den Einzug neuer Themen aus der Digitaltechnik im Niveau angehoben werden, konzentriert sich die Klasse N auf betriebliche Kenntnisse, Vorschriften und grundlegende Kenntnisse der Technik. Inhaber der neuen Klasse N werden auf 2m und 70cm mit einer maximalen Leistung von 10 W EIRP senden dürfen. „Die neue Einstiegsklasse soll entsprechend der internationalen Vorgaben insbesondere Jugendlichen und älteren Menschen einen Zugang zum Amateurfunk bieten“ erläutert Vorstandsmitglied Ronny Jerke, DG2RON. Das gesetzlich festgeschriebene Selbstbaurecht wird dabei nicht eingeschränkt, somit können auch Einsteiger Funkgeräte oder Hotspots selbst entwickeln, aufbauen und in Betrieb nehmen.

Die Prüfung wird einem aufbauenden System folgen, wie es z. B. von der US-amerikanischen Amateurfunkprüfung bekannt ist. Hierbei wird zunächst die Prüfung für die Klasse N abgelegt, die bereits alle Fragen aus den Bereichen betriebliche Kenntnisse und Vorschriften enthält. Anschließend kann die technische Prüfung der Klasse E und dann der Klasse A abgelegt werden.

„Die durch den DARC entwickelten Prüfungskataloge für die drei Klassen sind so aufgebaut, dass sich die Inhalte und Fragestellungen nicht wiederholen, d. h. Inhalte die bereits in einer niedrigeren Klasse geprüft wurden, spielen in der Prüfung für eine höhere Klasse keine Rolle mehr. Alle zukünftigen Funkamateure durchlaufen also die Prüfungen der Klasse N, über E bis zur Klasse A. Es soll dabei möglich sein, alle Prüfungen an einem Tag abzulegen.“ so der AJW-Referatsleiter Dr. Matthias Jung, DL9MJ.

Der bisher nicht geregelte Remote-Betrieb ist in die neuen Amateurfunkverordnung aufgenommen worden. Inhaber der Zulassungsklasse A dürfen zukünftig Amateurfunkstellen aus der Ferne betreiben und auch anderen Funkamateuren der Klasse A zur Nutzung überlassen. Eine weitere wichtige Neuerung betrifft den Ausbildungsfunkbetrieb, der zukünftig ohne gesondertes Ausbildungsrufzeichen möglich sein wird. Stattdessen wird durch Voranstellen des Prefixes „DN/“ aus jedem Rufzeichen der Klasse E oder A ein Ausbildungsrufzeichen.

Der RTA hat nun 4 Wochen, um den Entwurf der Verordnung zu kommentieren. Der Vorstand und die Referate des DARC haben bereits mit einer genauen Prüfung des Verordnungstexts begonnen und werden zeitnah berichten.

Die Pressemeldung des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr kann unter https://bmdv.bund.de/SharedDocs/DE/Pressemitteilungen/2022/065-kluckert-amateurfunkverordnung.html nachgelesen werden.

Der Pressemitteilung anhängend ist ein Entwurf zur zweiten Verordnung über die Änderung der Amateurfunkverordnung. Diesen findet man als PDF-Datei unter https://bmdv.bund.de/SharedDocs/DE/Gesetze-20/zweite-verordnung-aenderung-amateurfunkverordnung.html.

16 thoughts on “Neue Amateurfunk Lizenzklasse N

    1. vielen Dank für die Frage

      Die Klasse N wird für den Funkbereich des Amateur 2m 144-146MHz und 70cm 430-440MHz begrenzt. Abweichende Frequenzbereiche sind nicht vorgesehen. Dies gab es vergleichbar in den 1990er Jahren mit der Klasse 3 schon mal auch mit der 10 Watt. Neu ist jetzt die Gemeinsame Basis Technik und Betrieb, so das Klasse E oder Klasse A erweitert gemacht werden kann, ohne alles neu zu lernen. Digital DMR , C4FM oder D-Star ist natürlich möglich. Dies gehört ja zum Amateurfunk dazu und auch der Selbstbau eines Hotspot ist so nicht ausgeschlossen.

    1. Wie viele Fragen es schlussendlich werden steht noch nicht fest. Doch zum einsteigen ist es auf jeden Fall eine Erleichterung auch für nicht technisch versierte. Für die Klasse A sind aktuell ca 1500 Fragen in allen drei Bereichen. Dies soll auf ca 1700 Fragen angehoben werden , bei der Klasse E sind es aktuell um 900 Fragen die au ca 1000 angehoben werden soll . Klasse N wird sich eventuell um 500 -700 Fragen einpegeln.

  1. Funkgerät selber bauen will ich nicht brauch ich nicht, somit sind einige Fragen in der Prüfung überflüssig. So einfach wird die Prüfung nicht werden, ob da viele drauf Anspringen?

        1. ist im Artikel angegeben

          Die Pressemeldung des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr kann unter https://bmdv.bund.de/SharedDocs/DE/Pressemitteilungen/2022/065-kluckert-amateurfunkverordnung.html nachgelesen werden.
          Der Pressemitteilung anhängend ist ein Entwurf zur zweiten Verordnung über die Änderung der Amateurfunkverordnung. Diesen findet man als PDF-Datei unter https://bmdv.bund.de/SharedDocs/DE/Gesetze-20/zweite-verordnung-aenderung-amateurfunkverordnung.html.

  2. Super.Warum sollen N-Funkamateure nicht selber bauen können ? Das beim CB-Funk nur ein bescheidenes Antennenbaumrecht vorherrscht,dürfte jeden bekannt sein.Funkamateure durften immer schon mehr und das soll auch so bleiben.Rate auch den N Aspiranten doch mehr zu lernen,Formeln umzustellen,die betrieblichen Kenntnisse und die Vorschriften zu erlernen,dann ist der Weg auch irgendwann zu höheren Klassen geebnet.Es schadet auf keinen Fall und man immer noch mehr,als ein “ bescheidener“ CB-Funker,der weder seine Geräte öffnen noch etwas verändern darf.Funkamateur bedeutet neben den Profifunk ein Funkdienst,der weltweit anerkannt ist und für ernst genommen wird.vy73,Helmuth,DK2SR

  3. Ich kann nicht verstehen, warum man dem Beispiel in England oder USA nicht folgt
    stattdessen muss Deutschland mal wieder zeigen wie man es nicht machen sollte
    600 Fragen für Klasse N ?? ich glaube das da wohl kaum Leute diese machen werden
    es sei, den man würde das 10 und 12 und 15-Meter-Band dazugebend an würden es wohl viele
    ältere so wie ich es wohl machen aber nur 2 Meter und 70 cm was soll man damit
    wenn du keine Möglichkeit hast dir Richtantennen aufzubauen ist es doch nutzlos die meisten
    Leute wohnen in einer SAGA Wohnung und können da nicht Antennen aufbauen wie sie wollen
    also für mich ist die Klasse N völlig nutzlose macht es bitte so wie in England und USA
    da gab es eine richtigen Run auf die Einsteiger Lizenz aber wir leben ja im Bürokraten und Gesetzes JUNGLE
    na dann mal viel Spaß bei der Nichts Nützlichen N-Klasse

  4. Für mich ist Klasse N « Alter Wein in neuen Schläuchen » . Als seinerzeit der DO-Call eingeführt wurde, war ich mit dabei.

    Man erinnere sich und staune. Die damaligen Vorgaben für DO waren die Leistungs- und Frequenzvorgaben, die jetzt bei DN kommen sollen.

    Es dauerte nicht lange, schon wurden die Rufe laut, auch Kurzwelle für DO zu öffnen, weil das einen Anreiz zum Einstieg in den Amateurfunk bieten sollte.

    Meines Erachtens ist der große Run ausgeblieben.

    Ich habe mal bei den Kids und Jugendlichen im Bekanntenkreis nachgefragt und versucht, Interesse zu wecken. Dazu habe ich mein Ausbildungsrufzeichen genutzt, es war also möglich, unter meiner Aufsicht, Funkbetrieb zu machen…

    Letztendlich haben zwei meiner « Schützlinge » mit meiner Begleitung eine DO-Lizenz erworben.
    Letztendlich funkt keiner mehr. Hab mal nachgefragt, woran das liegt.
    1. Handy ist komfortabler
    2. Keine Antennen möglich
    3. Auf den Relais nicht viel los
    4. Störer
    5. Mikrofonverbot beim Autofahren

    Mein Fazit: Auch DN wird hier nichts Großes bewirken. Das ist zwar schade, aber Realität.
    Es ist nichts besonderes mehr, sich auf Distanz zu unterhalten. 1975, bei meinem Einstieg in den CB-Funk war das anders. Mit der flächendeckenden Ausbreitung von Handy und Flatrate hat sich das erledigt. In Konferenzschaltung wird sich da stundenlang unterhalten und es ist nicht nötig, ein Mikro zu halten und regelmässig seinen Call zu nennen.

    Diese Woche montags war ich zur OV-Runde auf dem Relais der Einzige.

    Thats Reality.

    1. Der vergleich alter Wein ist gut, in einigen Punkten (Start mit DO und woran liegt es) Stimme ich dir zu.
      Ich gehe aber aktuell von der „Notfunk für Jedermann“ Situation aus, das sich DN damit vielleicht noch freunde machen kann.

      An sonst finde ich das Beiwerk, jeder ist jetzt mit DN / myCall zum anleiten und ausbilden bereit, viel interessanter; lassen wir es nicht liegen.

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